Selbstoptimierung als neuer Trend

Das Schöne an Zahlen ist, das sie vergleichbar sind. Es lässt sich die Leistung eines Autos, mit dem eines anderen anhand eines Datenblattes vergleichen, kann den Kontostand mit den Kontoständen der Männer und Frauen aus dem Forbes Magazin vergleichen.

Der Beginn der Selbstoptimierung

Zahlen als Mess- und Vergleichsgröße sind wir aus unserem Alltag gewohnt, diese Methode hat jedoch seit 2007 ein neues Level erreicht, das Jahr in dem die Quantified Self Bewegung in den USA gegründet wurde. Mit der Bewegung wurde das Vermessen des eigenen Ichs gesellschaftsfähig. Davor galten Menschen, welche ihr Leben in einer Excel Tabelle festhielten als verschrobene Sonderlinge. Nun schießen Start-Ups wie Pilze aus dem Boden, die Software und Gadgets für jedermann produzieren, der sich vermessen will. Cool und hipp sehen diese Gadgets aus und überraschen mit einer Vielzahl an Funktionen. Sie erschaffen ein Zahlenmeer über den eigenen Körper, welches hübsch auf dem Smartphone-Display mit bunten Graphen dargestellt wird.
Zu verdanken ist die Bewegung den zwei Wired-Journalisten, Kevin Kelly und Gary Wolf. Selbsterkenntnis durch Zahlen steht für die beiden im Mittelpunkt ihrer Quantified Self Bewegung. Die Idee dabei ist die Daten, die höchstens in Kliniken oder von Profisportlern erhoben wurden, dem durchschnittlichen Bürger zur Verfügung zu stellen. Es ist wie eine große Studie mit einer einem einzigen aber sehr wichtigen Teilnehmer – Sich selbst.

Warum liegt Selbstoptimierung im Trend?

Drei Gründe können angeführt werden, warum das Phänomen Selbstoptimierung gerade jetzt um sich greift. Die Sensoren, welche für ein ordentliches Tracking benötigt werden sind genauer, kleiner, leichter und günstiger geworden. Viele dieser Sensoren sind schon in Smartphones verbaut und können einfach mit einem Programm genutzt werden. So enthalten moderne Smartphones Bewegungs- und Beschleunigungssensoren, GPS, ein Mikrofon, Höhenmesser und Fotozellen. Der Trend entwickelt sich dahin, dass in neueren Modellen noch mehr Sensoren verbaut sein werden. Der nächste Grund sind die sozialen Netzwerke. So ist es immer normaler geworden, auch private Dinge mit anderen zu teilen. Der dritte Grund ist die Cloud, hier kann man einfach Daten aus verschiedenen Quellen speichern und sammeln.

Verschiedene Gadgets helfen bei der Selbstoptimierung

Die Quantified Self Bewegung

Aus der kleinen Selbstoptimierergruppe, die sich im Silicon Valley zusammengefunden hat ist ein globales Geschäft geworden. In vielen Apple Stores gibt es ganze Regale mit Waagen, Armbändern, Uhren, Chips und vielen weiteren Kleingeräten, welche das Tracking erleichtern sollen.
Irgendwann wird der morgendliche Blick auf die Blutzuckerwerte oder die Schlafphasen sicherlich so normal wie ein Gang auf die Waage. „Als die optische Linse erfunden wurde, richteten wir sie in die Ferne. Aber fast im gleichen Moment drehten wir sie um und richteten sie auf uns selbst. Die Werkzeuge des Selftracking und die Zahlen, die sie uns liefern, sind eine neue Art von Mikroskop.“, schreibt Gary Wolf, einer der Erfinder der Quantified Self Bewegung in einem seiner Aufsätze. Er geht mit seinen Überlegungen sogar noch weiter. Selbstoptimierung kann als Makroskop betrachtet, werden, da wir den Blick nicht nur auf uns richten sondern auch Informationen über andere bekommen und ein Abgleich mit anderen Werten möglich ist.

Die Zukunft der Selbstoptimierung

Noch steckt die Selbstoptimierung in den Kinderschuhen und es bleibt interessant zu beobachten wie sie sich entwickelt. Dies ist gleichzeitig das Ziel dieser Webseite: überwachen und berichten über die neusten Produkte, Apps und Entwicklungen im Bereich Selbstoptimierung.

Bildquelle: Withings